VfB Stuttgart zahlt 32,03 Millionen Euro an Berater - eine Rekordsumme für den Club. Noch nie hat der VfB mehr für Berater ausgegeben als zuletzt. Was hinter den Kosten steckt, wie sich die Summe zusammensetzt und die Branche funktioniert. Das zurückliegende Jahr war für den VfB Stuttgart ein Jahr der Rekorde. Rekord-Umsatz, Rekord-Mitgliederzahl, Rekord-Transfererlös. Da liegt es nur auf der Hand, dass auch in Sachen gezahlte Beraterhonorare ein Rekord gebrochen wurde. Laut den offiziellen DFL-Zahlen hat der Club satte 32,03 Millionen Euro an Berater gezahlt. Noch nie waren es mehr. Im Zeitraum zuvor lagen die Stuttgarter noch bei 19,15 Millionen Euro. Damit liegt der VfB im Trend. Bei den 18 Clubs, die 2026/27 in der Bundesliga spielen, erhöhten sich die Ausgaben von 249,72 auf 269,56 Millionen Euro. Die Stuttgarter reihen sich mit der Summe dort ein, wo sie zuletzt auf in der Tabelle gelandet waren: auf dem vierten Platz. Lediglich der BVB, die Leipziger und die Bayern überwiesen noch mehr an Berater. Dass die Stuttgarter diese Rekordsumme ausgegeben haben, lässt sich erklären: Die Transfers von Nick Woltemade zu Newcastle und Enzo Millot zu Al-Ahli SC spülten nicht nur Rekordsummen in die Stuttgartern Kassen, sondern kosteten auch einiges an Beraterhonorar. Zwischen fünf und 15 Prozent Beteiligung für Berater sind branchenüblich bei solchen Deals. Wenn man also davon ausgeht, dass der VfB in der Mitte liegt, hat er im Falle von Nick Woltemade rund acht Millionen an dessen Berater gezahlt, bei Millot dürften es um die drei Millionen gewesen sein. Womit sich die Steigerung um 12,87 Millionen Euro bei den gezahlten Honoraren fast vollständig ergibt. Wer gut verkauft, muss eben mehr bezahlen, lautet die vereinfacht dargestellte Rechnung. Zieht man diese Summe ab, liegt der VfB Stuttgart bei Weitem nicht auf Rang vier im Bundesligavergleich, sondern eher im Mittelfeld der Tabelle. Interessant ist, wie die Branche in diesen Fällen mittlerweile funktioniert. Denn die Berater halten nicht nur beim abgebenden Verein die Hand auf. Sondern gern auch beim aufnehmenden. Ganz nach dem Motto: Wenn ihr wollt, dass mein Spieler zu euch kommt, dann kostet euch das eine Summe X. Ein Vorgehen, das ganz nebenbei die immer häufigeren Wechsel von Spielern während einer Karriere erklärt. Der Berater des Spielers ist hier oft der Treiber, schließlich profitiert er davon. Da derlei Vorgehen heutzutage zum Branchenstandard gehört, ist es auch kein Wunder, dass die Beraterbranche ein ganz neues Wirtschaftsmodell entwickelt hat – die Vermittlung. Ein verdeutlichendes Beispiel: Will ein Verein mit einem anderen einen Transfer mit einem Spieler machen, dann muss er nicht nur den Spielerberater bedenken und bezahlen. Denn der hat mit seinem Klienten längst einen sogenannten Wegvermittlungsvertrag geschlossen, der klar regelt, wie der Berater zu entlohnen ist bei einem Wechsel. Sondern oft auch einen anderen, der exklusiv für einen Verein, Trainer oder ganzen Markt arbeitet. Und der sagt: Euer Spieler kann nur da hin oder dort hin wechseln, wenn ich mich einschalte. Und auch partizipiere. So gibt es mittlerweile eine ganze Riege an Beratern, die gar keine Spieler mehr betreuen. Sondern nur noch zwischen Interessenten vermitteln. Andere Berater arbeiten direkt mit den Vereinen zusammen, um die besten Spieler zu finden und zu vermitteln. Dieses System hat sich in den letzten Jahren entwickelt und ist nun ein wichtiger Teil des Fußballgeschäfts. Der VfB Stuttgart muss sich in diesem System zurechtfinden, um erfolgreich zu sein. Die Stuttgarter müssen ihre Beraterhonorare sorgfältig planen, um ihre Ziele zu erreichen. Die Zukunft des VfB Stuttgart hängt auch von der Fähigkeit ab, die richtigen Spieler zu finden und zu vermitteln. Die Beraterbranche wird auch in Zukunft ein wichtiger Teil des Fußballgeschäfts sein.